Historie
Historie

"Siebzehn hatten noch Träume" könnte man in Anlehnung an einen Schlagertext der siebziger Jahre an den Anfang unserer Vereinsgeschichte stellen.

Siebzehn junge Männer waren es auf jeden Fall, die am 1. Februar 1907 die Keimzelle der heutigen TSG gründeten: H. Wesch, R. Renner, A. Schnieder, H. Mithöfer, H. Burghard, W. Dependahl, F. Niekamp, B. Schulte, A. Elbrink,W. Dohmeier, W. Vogel, H. Führmeier, F. Adam, E. Schwenderling, F. Bußmann, F. Möller und W. Knille.

Sicherlich war dieser Verein nicht mit niedergeschriebener Satzung und Finanzordnung ausgestattet. Das war auch nicht wichtig. Diese jungen Leute wollten ihr Hobby gemeinsam gestalten, weil es in Gesellschaft mit Gleichgesinnten mehr Spass machte. Vermutlich spielte auch der reale Hintergrund der Finanzierung der notwendigen Sportgeräte eine Rolle, die für den einzelnen unerschwinglich waren und selbst in der Gruppe von jedem erhebliche Opfer erforderte, mochte man in seinen Ansprüchen noch so bescheiden sein.

Erst als die Firma Schoeller, die immer eine positive Einstellung zu dem Tun des Vereins hatte, 1921 am Gretescher Turm eine Wiese für Übungszwecke zur Verfügung gestellt hatte, nahmen die sogenannten "Sommerspiele" erheblichen Aufschwung. 
Faustball, Schlagball waren dominierend. Fußball wurde immer beliebter und die Leichtathleten freuten sich, dass sie nicht mehr ausschliesslich auf der Strasse oder auf Waldwegen traben mussten.

Die von der Firma Schoeller als Sportgelände überlassene Wiese, von der energiestrotzenden Schar in Eigenregie hergerichtet, war mit einem heutigen Sportplatz in keiner Weise zu vergleichen. Aber man war froh, etwas tun zu können und stolz, etwas gemeinsam geschaffen zu haben.

Die Vereinsgeschichte in den Jahren 1923 - 28 liest sich wie ein spannender Roman, so wechselvoll war sie. Das Gelände am Gretescher Turm musste aufgegeben werden, aber ein neuer Platz an der Belmer Strasse konnte bezogen werden. Die Nähe von Sportplatz, Übungssaal und Vereinslokal "Ludwigshalle" wirkte sich positiv aus. Aus den ehemals 17 waren 170 geworden. Handballer waren hinzugekommen, sie prägten lange Jahre weit bis in die Siebziger das Image unseres Vereins. Gretesch war nicht nur wegen des Erfolgs, sondern wegen der Begeisterung einer ganzen Gemeinde eine Handballhochburg. Eine kleine Vorstadtgemeinde im sportlichen Kampf gegen die Stadt Osnabrück. 

So etwas schweisst zusammen. In dieser Zeit wagten erstmals Frauen und Mädchen, für die bis dahin sportliche Betätigung verpönt war, sich zu gemeinsamen Übungen im Saale Hehmann zu treffen. In den Schulen wurde "Leibeserziehung" als Übungsfach - für Jungen und Mädchen - eingeführt.

Nach einem - aus finanziellen Gründen 1922 - aufgegebenem Fussballstart, wurde 1931/32 Fussball dann wieder aufgenommen. Aber auch jetzt konnte er sich nur 2 Jahre halten. Erst nach dem 2. Weltkrieg fanden sich Fussballbegeisterte wieder zusammen, um eine Abteilung zu gründen. Heute sind es zwei Abteilungen, Frauen- und Herrenfussball, die auch immer noch ein starkes Bein im Vereinsleben darstellen.

Politischer Einfluss - noch wechselvoller als das Auf und Ab im Sportlerleben war die Existenz und die Namensgebung unseres Vereins durch politische Einflüsse. 1907 hatte man sich für den Titel "Arbeiter-Turnverein Gretesch-Lüstringen" entschieden. Im gesellschaftspolitischen Umfeld waren die Arbeiterbewegungen stark im Aufschwung, obgleich sich ebenso Beamte, Angestellte, Lehrer und Kaufleute zu den einzelnen Übungsstunden einfanden. Nie konnte bis auf den heutigen Tag politischer Fanatismus in unserem Verein Platz greifen. Nicht einmal der Name war ausschlaggebend. Massgebend allein war die Aufgabe, die man sich gestellt hatte: gemeinsam Sport zu treiben, fair und kameradschaftlich zu einander zu sein.

Der 1. Weltkrieg hatte den Turnbetrieb völlig zum Erliegen gebracht. Vier Jahre lang war nichts. 1919 erst fand sich unter R. Renner die Gründergruppe wieder zusammen.

Die politischen Wirren in Deutschland wurden aber nicht in richtige Bahnen gelenkt. Was den Machthabern 1933/34 nicht ins Konzept passte, wurde „gleichgeschaltet". Der Arbeiterturn- und -sportbund wurde als politisches Pulverfass angesehen und aufgelöst. Eine Existenz unseres Arbeiterturnvereins durfte nicht mehr sein: Zwangsauflösung, Beschlagnahme aller Geräte, Verbot des Sportbetriebes! 1931 hatten sich die Recken kurze Zeit im "Sport-Club Schoeller" getroffen. Aber auch Werksportvereine waren unverwünscht.

Erst als ein anderkannter Bürge des neuen Regimes gefunden war, durften sich die Sportbegeisterten im "TV Schoeller" unter der Leitung von Heinrich und Friedel Lübbert wieder zusammenfinden.
Wenige Jahre später: ein neues Nichts! Krieg und Gefangenschaft hatten ein grosses Loch geschlagen.

Friedel Lübbert

Am 25. November 1945 formierten Heinrich und Friedel Lübbert die Übriggebliebenen neu unter "TURA Lüstringen", da die Militärregierung die namentliche Verbindung mit einem zu demontierenden Industriebetrieb nicht mehr zuliess.

1951 auf der Generalversammlung im August wurden trotz aller Wirren noch vorhandene Bindungen und Verbindungen zum Hause Schoeller erneut offengelegt. 

Seit dieser Zeit, fünfzig Jahre nunmehr ohne politische Eingriffe, wenn auch nicht ohne entsprechende Einflüsse, TSG 07 BURG GRETESCH.

Vom Gretescher Turm zum Gretescher Turm - In den sechziger Jahren stand noch die Frage im Raum, ist der Betrieb, die Aufgabe und die Existenz eines Vereins auf Dauer ohne ein Klubhaus denkbar? Sieht man sich die heutigen Räumlichkeiten der TSG an, ist diese Frage sicherlich klar mit "nein" zu beantworten. Räumlich schloss sich also der Kreis - vom Saal im Gretescher Turm und der Wiese beim Gretescher Turm über Saal und Sportplatz an der Ludwigshalle Belmer Strasse sind wir nun wieder an die Ursprungsstätte zurückgekehrt. Der Sportplatz Hehmann ist der Bebauung gewichen. Dafür kann die jetzige Anlage erweitert werden. Die Konzentration ist somit fast perfekt.

Die Sterne standen günstig. Die Gemeinde Gretesch hatte durch gutes Gewerbesteueraufkommen finanziell die Möglichkeit, die Vorstellungen der Gemeindeväter zu verwirklichen. Gleichzeitig war diesen aber auch klar, dass bestimmte Aufgaben in einer Gesellschaft gelöst werden müssen, sei es durch Verein im weitesten Sinne oder durch gemeindliche, behördliche Einrichtungen.

Klubhaus, Gymnastikhalle am Klubhaus, Tennisplätze und das ehemalige Hallenbad Gretesch, im Frühjahr 2000 in Eigenregie zur Fitness- und Gymnastikhalle modern umgebaut, sind Eigentum der TSG, während die Freisportanlage Gretesch der Stadt gehört, die sie von der ehemals selbständigen Gemeinde Gretesch übernommen hat. Eine Kombination mit der sich leben lässt.

Wir sind froh und dankbarer, als es sich in Worten ausdrücken lässt, dass sich der Gemeinderat für den Weg der Unterstützung der Vereine entschieden hat. Wir haben damit eine Aufgabe übernommen. Wir werden sie erfüllen.

Das Bedürfnis zu turnen hat 1907 einige Männer zusammengeführt. Die Vorstellungen über die Art, sich sportlich zu betätigen, haben sich laufend gewandelt. Und wir sind flexibel, reagieren auf sportliche Trends und versuchen immer proaktiv zu reagieren, indem bestimmte Gruppen und Sportarten im Breiten-, Gesundheits- und Leistungssport von uns aus ins Leben gerufen oder besonders gefördert werden.